Gefühle können den Körper krank machen

Wut, Ärger, Angst - Emotionen spielen sich nicht nur in der Seele ab, sie können auch den Körper krank machen
Gefühle können den Körper krank machen

Manch einer nimmt die Steine gern mit nach Hause. Lauter schwarz-braune Kiesel, die herausoperiert wurden und nun gründlich gesäubert in einem Plastiktütchen lagern. Eine Erinnerung daran, dass man künftig anders mit seinen Gefühlen umgehen sollte. Denn Gallensteine gelten als materialisierte Wut. Eine Wut, die nicht rausgelassen, sondern runtergeschluckt wurde, sich ansammelte, verhärtete. 

Die Galle ist empfindlich

Doch was ist da dran? Wird die Gesundheit der Galle und der Leber – wo die Gallenflüssigkeit gebildet wird – tatsächlich von Emotionen wie Ärger und Zorn beeinflusst? Was ist von Formulierungen wie „Mir läuft die Galle über vor Wut“ oder „Dem ist eine Laus über die Leber gelaufen“ zu halten? Wie eng sind Gefühle und Organe tatsächlich miteinander verbunden?

„Alle Emotionen wirken sich auf den Körper aus. Vor allem unsere Organe sind äußerst empfänglich für unsere Gemütsbewegungen und Gefühle“, sagt Jean-Pierre Barral in seinem Buch „Die Botschaften des Körpers“ (Südwest, 19,95 Euro). Der französische Osteopath wurde vom amerikanischen Magazin „Time“ zu einem der sechs bedeutendsten Pioniere der alternativen Medizin gekürt.

Er streitet nicht ab, dass Beschwerden äußere Ursachen haben können, dass sie durch Krankheitserreger oder einen ungesunden Lebensstil entstehen. Aber sie können eben auch durch unser Innen- leben hervorgerufen werden, durch seelische Befindlichkeiten, negative Gefühle. Und diese Verbindung zwischen Psyche und Körper ist für ihn keine Einbahnstraße. Denn umgekehrt gilt: „Die Reaktion eines Organs wiederum löst bestimmte Verhaltensweisen bei uns aus.“ Das bedeutet: Wenn beispielsweise die Leber leidet – weil wir sie zu oft mit Sahnesoßen, Schokolade und Wein überlasten oder weil sie ernsthaft erkrankt ist –, leidet auch unser Seelenleben. Wir trauen uns nichts zu, verspüren wenig Lebenslust und brausen wegen jeder Kleinigkeit auf – eben wegen jeder kleinen Laus.

„Die Leber ist das Schlüsselorgan für alles, was sich auf der emotionalen Ebene abspielt“, sagt Jean- Pierre Barral. Anfällig für seelische Belange seien aber alle Organe: Auf den Magen schlägt die Sorge, nicht anerkannt zu werden. Die Blase belasten Schuldgefühle und Ängste, die oft in der Kindheit wurzeln. Milz und Bauchspeicheldrüse leiden nach einem Schicksalsschlag, wenn wir tieftraurig sind.


Schlagwörter: krankheiten
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Quelle: Für Sie, Ausgabe 04/2010

Autor: Claudia Minner