Autor: Claudia Minner
Report
Weiterbildung: Chance oder Zeitvergeudung?
Fachleute warnen: Wer nicht regelmäßig sein Wissen erweitert, bleibt im Job auf der Strecke. Aber wie findet man überhaupt das passende Bildungsangebot?
Die einen denken an die Zukunft, an ständig neue Entwicklungen und Arbeitsplätze, wenn das Wort Weiterbildung fällt. Die anderen an stickige Seminarräume, langweilige Powerpoint- Präsentationen und trockene Theorie ohne Praxisbezug. Die einen betrachten Weiterbildung als Chance, die man ergreifen muss. Die anderen als reine Zeitvergeudung. Aber wer hat recht: die Befürworter oder die Kritiker? Richtig ist: Weiterbildung ist eine Chance, die man nutzen sollte. „Es gibt heute deutlich seltener den sogenannten Lebensberuf – immer weniger machen den gleichen Job von der Ausbildung bis zur Rente, die Tätigkeit wird viel öfter gewechselt als früher“, sagt Charlotte von Buttlar vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Um bei diesem Wechsel mitmachen zu können, muss man sich im Laufe seines Lebens regelmäßig weiterbilden.“ Ohne neues Wissen keine neuen Chancen.
Richtig ist allerdings auch: „Einige Seminare können durchaus Zeitvergeudung sein, wenn das, was man dort lernt, anschließend nicht in die Praxis umgesetzt wird“, so von Buttlar. Das sei aber eher die Ausnahme – der Großteil profitiere von den Maßnahmen. Zum Beispiel, wenn der Kurs im Business-Englisch dazu führt, dass man endlich auch die Kunden aus dem Ausland betreuen darf. Wenn man sich umschulen lässt und nach der Fortbildung in einer ganz neuen Branche anfangen kann. Oder wenn man in einem Seminar an der eigenen Rhetorik feilt und sich danach erstmals traut, in Konferenzen den Mund aufzumachen. Wer sich das passende Angebot heraussucht, kann viel erreichen: etwa eine neue inhaltliche Perspektive oder ein höheres Gehalt. Oder wenigstens den Schutz vor Arbeitslosigkeit – vorausgesetzt, man packt es richtig an. Nicht alle Kurse eignen sich gleich gut, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Hat man zum Beispiel während des Bildungsurlaubs sein Wissen über das politische System in Deutschland vertieft, wird das nur sehr wenige Arbeitgeber beeindrucken. Und auch ein Streitschlichtungs- Seminar an der Volkshochschule bringt einen zwar persönlich voran, macht sich aber bei der Jobsuche nicht unbedingt bemerkbar.
Man muss also gut überlegen, welcher Kurs sinnvoll ist. Und man braucht eine große Portion Beharrlichkeit, um fündig zu werden. Denn es gibt über 17 000 Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen. Wer sich auf die Suche nach einem Kurs macht, verliert leicht den Überblick. Damit dies nicht passiert, hier ein kleiner Leitfaden:
Quelle: Für Sie, Ausgabe 20/2009


