Autor: Sylvie-Sophie Schindler
Schöne Haut
Tattoo-Entfernung
Die kleine Rose am Fußgelenk, das Herz am Arm: Wer die Tätowierung rückgängig machen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Wir klären über Methoden und Kosten auf.
Johnny Depp ist noch mal elegant davongekommen. Auf seinen rechten Oberarm ließ er sich einst die Worte „Winona Forever“ tätowieren. Eine Liebeserklärung an Winona Ryder, die damalige Freundin des Schauspielers. Doch wie es eben so ist, irgendwann war Winona nicht mehr aktuell. Und schwups schrumpfte das Tattoo um zwei Buchstaben: „Wino forever“ ist nun auf Johnnys Haut zu lesen – ein Hinweis auf sein Faible für Rotwein.
Nicht für jeden, der sein Tattoo nicht mehr mag, gibt es so eine praktische und humorvolle Lösung. Wenn die Rose an der Hüfte irgendwann wie eine welke Blume aussieht oder die Schnörkellinie ums Handgelenk beim Vorstellungsgespräch unter dem Ärmel hervorlugt – dann möchte man das Tattoo lieber komplett „ausradieren“. Mit 20 war es sexy, mit 40 kann es peinlich wirken. Manche schämen sich dafür sogar so sehr, dass sie sich nicht mehr ins Schwimmbad trauen. Also: Das Ding muss weg. Oder, um es mit Sängerin Ina Müller zu sagen: „Byebye, Arschgeweih, ich geb dich zum Lasern frei.“
INFOS IN KÜRZE
Tattoo-Entfernung bieten Dermatologen oder Laserzentren an. Ein Beratungsgespräch ist unbedingt zu empfehlen. Dabei werden Risiken, Behandlungsdauer und Kosten geklärt. Laserentfernung ist die gängigste Methode, hat aber ihren Preis. Abhängig von Größe und Farbigkeit des Tattoos zahlt man 100 bis 300 Euro pro Sitzung, und es sind mehrere not wendig. Die Kassen übernehmen keine Kosten.
Adressen unter: www.kosmetischeplastische-chirurgie.eu oder bei der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (www.ddl.de).
An diesem Punkt stand auch Anna, 24, aus Essen. Ihre Jugendsünde: drei Tattoos an Ober- und Unterarm sowie knapp oberhalb des Pos. Sie hatte sich die Bilder mit 18 stechen lassen. Bereits zwei Jahre später bereute sie die Aktion. Fühlte sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr wohl in ihrer Haut, vor allem im Job. „Aus Angst davor, ausgegrenzt zu werden, versteckte ich meine Arme vor den Kollegen“, erzählt die Zahnarzthelferin. Anna dachte zuerst daran, sich die oberen Hautschichten abschleifen zu lassen oder spezielle Cremes anzuwenden. „Das sind risikoehaftete Methoden, da gefährliche Entzündungen der Haut drohen“, warnt Holger May, Physiker und Leiter des Laser Forums Essen. Seit 13 Jahren kommen Tattoo-Geplagte zu ihm. Auch Anna stand eines Tages in seiner Praxis – mit dem Entschluss, sich per Laser behandeln zu lassen. „Ich hatte trotzdem Angst, dass Narben zurückbleiben könnten“, berichtet sie. Eine typische Sorge. „Aber unnötig“, beruhigt May.
Quelle: Für Sie, Ausgabe 05/2011


