Autor: Constanze Kleis
Leidenschaft
Mythos Sex: Wie sich die Lust verändert
Sinnlichkeit und Leidenschaft erleben Frauen mit 20 anders als mit 40 oder 60. Jede Phase fordert uns aufs Neue heraus
Mit zwanzig liegt Sex ja noch vor uns wie ein großer, unbekannter Kontinent. Voller Verheißungen, aber auch voller Unwägbarkeiten. Daran hat sich auch 40 Jahre nach der sexuellen Revolution nichts geändert. Nur ist es diesmal nicht ein Mangel an Reiseführern ins Reich der Lust, der einen ganz schön verunsichern kann. Das Problem heute: Es gibt viel zu viele davon. Als „Generation Porno“ bezeichnen manche Soziologen die Jugendlichen von heute, weil ihnen schon vor dem ersten Mal nichts mehr fremd ist.
Dank „Feuchtgebiete“ und nahezu freiem Zugang zu allen nur denkbaren Sex-Varianten im Internet stellen sich jungen Frauen Fragen, die ihre Mütter früher nicht mal vom Hörensagen kannten. Solche wie: Soll ich nicht auch mal oral, anal oder mit Latex? Schon damit mich nicht die Höchststrafe meiner Generation ereilt: als uncool zu gelten? „Technik ist gerade bei den Jüngeren ein viel zu großes Thema“, bestätigt die Leipziger Sexualtherapeutin und Internistin Dr. Carla Thiele. Oft fehle es an eigenen Sex- Maßstäben. So beklagte sich kürzlich eine junge Frau bei ihr, sie hätte beim ersten Mal keinen Orgasmus gehabt. „Als ich sie fragte, woran sie das denn gemerkt hätte, hieß es: Ja, also im Fernsehen sind die dabei immer so laut.“
Quelle: Für Sie, Ausgabe 01/2009

