Seite 3 aus dem Artikel: Mutter-Tochter-Unternehmen
Schilder von "Hanse-Schilder"

Cecilie Vajagic, 55, und ihre Tochter Nina, 35, haben mit viel Willensstärke in Hamburg gemeinsam eine kleine Firma für Schilder eröffnet (www.hanse-schilder.de
 

„Wir fassten den Plan – und unsere Stimmung wurde sofort besser!“

Anfangs sind manche Kunden skeptisch: Da kommen zweiF rauen, auch noch Mutter und Tochter, guckensich Fassaden an, sprechen über Schilder, Beleuchtungen und 3-D-Buchstaben, messen, montieren, rühren gelegentlich sogar Zement an. „Aber die Skepsis weicht meist schnell der Begeisterung“, sagt Mutter Cecilie Vajagic stolz. Gerade diese zögerlichen  Kunden beauftragen das Mutter-Tochter-Gespann immer wieder. „Besser, der Kunde kommt zurück als die Ware“, sagt Cecilie Vajagic, und Mutter und Tochter lachen herzlich. Dabei ist es erst knapp zwei Jahre her, dass die beiden beschlossen,  sich zusammen selbstständig zu machen. Die Monate vor der Entscheidung waren alles andere als einfach:Nina,Grafikdesignerin und Expertin für Werbetechnik,war gerade nach über zehn Jahren in Kanada wieder nach Hamburg gekommen und fand keinen Job. Und auch Mutter Cecilie war auf Stellensuche als Bürokauffrau. Die beiden Frauen waren niedergeschlagen. „Doch als wir beschlossen hatten zusammen zu arbeiten, änderte sich die Stimmung schlagartig“, erzählt Tochter Nina.

Und wie das im Leben manchmal so ist: Aus dem Notfallplan wurde im Handumdrehen eine lukrative Geschäftsidee.  Besonders Cecilie ist seitdem wie ausgewechselt: Neugier,Optimismus,Freude,Willenskraft all die Stärken, die ihr vorübergehend abhanden gekommen waren, kehrten zurück. Und mit dieser positiven Energie aufgeladen, ging sie los: Sie belegte ein Programm für Gründer, präsentierte ihre Geschäftsidee, mietete einen Laden. Dann stellte sie sich in der Nachbarschaft vor und schrieb Briefe an regionale Firmen. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. „Es meldeten sich sofort Leute bei uns und gaben Schilder in Auftrag“, erzählt Nina. In Toronto hat Nina zehn Jahre lang in einer kleinen Firma Schilder und Schriftzüge entworfen und auch selbst hergestellt. Die eher stille 35-Jährige, die sehr genau weiß, was sie kann, und die meiste Zeit schweigend in der Werkstatt verbringt, fühlt sich mit der Arbeitsteilung wohl: Sie ist die Fachfrau, ihre Mutter die Kontaktfrau. Warum gerade ein Mutter- Tochter-Unternehmen so viele Vorteile hat? „Wir glauben an die Fähigkeiten der anderen“, sagt Tochter Nina. Diese gegenseitige Bestätigung war besonders am Anfang wichtig. Mittlerweile ist das Geschäft längst ein Selbstgänger geworden.


Schlagwörter: familie, job, karriere
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© Protokolle: Anne Otto
Quelle: Für Sie, Ausgabe 10/2010