Seite 4 aus dem Artikel: Ein Schaukelpferd aus dem Odenwald
Der Schweif entscheidet


Der Schweif entscheidet

In der Werkstatt steht eine kleine Pferdeherde vor der Vollendung: Der Lack wird aufgetragen, das Fell weiß, die gekringelte Scheckung dunkel, Nüstern, Hufe und Mähne schwarz, Kufen und Bodenbrett grasgrün, Sattel, Satteldecke und Zaumzeug rot und blau. Zum Schluss erhält jedes Tier seinen Schweif aus Hanf oder Kunstfaser. „Der ist“, sagt Krämer, „das wichtigste Auswahlkriterium“ – weil der eine Schweif buschig ist, der andere hängt und der nächste elegant geschwungen ist.

Pferdchen, lauf Galopp ...

Die Odenwälder Schaukelpferde werden in fünf Größen angeboten: von ganz klein zum Hinstellen bis ganz groß mit 55 cm Sitzhöhe zum Schaukeln und Rollen. Die kleinen Pferdchen kosten ab 6 Euro, die Schaukelpferde ab 120 Euro. Annette Krämer empfiehlt Kunden, bei ihr im Laden das schönste auszusuchen, die Pferde werden aber auch verschickt. Infos über www.gaeulschesmacher.de oder Tel. 0 61 64/15 11.


Nur wer genau hinschaut, wird auch in der Scheckung Unterschiede sehen. „Kein Pferd ist wie das andere“, betont Krämer. Aufgereiht stehen die Pferde im Laden nebeneinander. Es gibt Pferde mit Wagen,  in der Ecke lehnen die Steckenpferde. Und was machen Krämer und Boos, wenn sie den ganzen Tag lang gedrechselt, geleimt und lackiert haben? Sie reiten aus, traben durch die Wälder und galoppieren über die Wiesen. Zwei Pferde stehen gegenüber auf der Koppel. Echte Pferde, aus Fleisch und Blut.





Schlagwörter: handwerk, job, karriere
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Quelle: Für Sie, Ausgabe 24/2009

Autor: Felix Zimmermann