Report: Keine Chance für Gefühle?
Partnersuche im Internet

Wie das Internet unser Liebesleben ändert.
Partnersuche im Internet

Die Autorin Barbara Sichtermann, ein Kind der 68er-Zeit, hat kluge und schöne Bücher geschrieben: über berühmte Liebespaare, über die ersten Monate mit einem Baby und etliche über das Verhältnis der Geschlechter („Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs“). Kürzlich geriet die verdiente Feministin eine Podiumsdiskussion zum Thema "Partnersuche im Internet“ – und klang plötzlich wie eine Pastorentochter aus dem 19. Jahrhundert. „Ich möchte mir eine märchenhafte Vorstellung von der Liebe bewahren“, sagte sie. „Wir sollen Dating lernen? Der Herr bewahre uns!“

Ein bisschen aus der Zeit gefallen ist sie offenbar schon. Partnerbörsen setzten 2008 etwa 130 Millionen Euro um, es ist eine der mit Abstand lukrativsten Branchen des Internets. Sieben Millionen Deutsche surften regelmäßig bei Parship.de, neu.de und vielen anderen Seiten. Nach wie vor der Hauptreiz: die schiere Menge der potenziellen Partner, die einem quasi ins Haus geliefert werden. „Es ist schon sehr verführerisch, wenn man sich bei einer Partnerbörse anmeldet und plötzlich gibt es da angeblich 783 Traummänner. Da entsteht erst mal eine Art Supermarkteffekt“, sagt Ulrike Bornschein, Autorin des Buches „Bei Anruf nackt. Meine Partnersuche im Internet“ (Heyne, 8,95 Euro).


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© Susanne Strätz
Quelle: Für Sie, Ausgabe 11/2009