Autor: Sylvie-Sophie Schindler
Job
Karrierestrategien im Büro
Im Job funktioniert vieles wie beim Fußball, sagt Management-Trainerin Sabine Asgodom. Ihre Strategien, um im Büro-Spiel zu punkten.
Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Am Ende zählt das Ergebnis. Es gibt jede Menge Sprüche, die Fußballer und Trainer so von sich geben, wenn sie vom Platz kommen. Das Verblüffende: Die meisten „Weisheiten“ haben einen wahren Kern, über den sich auch jenseits des Spielfelds nachzudenken lohnt. Denn Fußball hat mit dem wahren Leben und unseren täglichen Sprints und Zweikämpfen am Arbeitsplatz mehr zu tun, als wir glauben. Die meisten Männer setzen sowieso intuitiv im Job um, was auch auf dem Fußballplatz funktioniert. Wir Frauen können das auch! Schließlich ist es die deutsche Frauen-Nationalmannschaft, die ab dem 26. Juni ihren WM-Titel verteidigt.
Nur rund 30 Prozent des Spieler-Erfolgs hänge vom Talent ab, schätzt Sabine Asgodom, „der Rest ist harte Arbeit“. Das bedeutet: regelmäßig zum Training gehen und immer am Ball bleiben. Sonst könnten sich auch Stars wie Schweinsteiger oder Lahm aus der Bundesliga verabschieden. Was wir daraus lernen? Auch die größte Begabung für einen Beruf nützt nichts, wenn man seine Fähigkeiten nicht sofort abrufen kann. Und zwar genau dann, wenn es nötig ist. Beim Elfmeter. Oder einer Präsentation, von der ein großer Auftrag abhängt. Echte Profis gehen sogar noch weiter. Sie warten nicht nur auf eine Gelegenheit zum Torschuss, sie erschaffen sie am besten selbst. „Ich habe da ein paar Ideen, wie wir mehr Kunden gewinnen können. Am besten präsentiere ich sie Ihnen nachher mal ...“
Entscheidend ist, was auf dem Platz passiert. Oder im Büro. In Sport und Beruf zählt vor allem eins: Leistung. Für Männer meist kein Problem, sie scheinen durch Gene, Schule, Sportverein von Kindesbeinen an auf Wettkampf programmiert zu sein. Frauen ist eine gute Atmosphäre wichtiger, auch am Arbeitsplatz. Aber der Trainer stellt nicht den Stimmungsmacher auf, sondern den Torjäger oder sicheren Abwehrspieler. Also zeigen Sie, was Sie draufhaben, welchen Gewinn Sie Ihrer Firma bringen. Auch wenn Sie dann nicht mehr das Neueste über den Beziehungsstress der Kollegin wissen.
Quelle: FÜR SIE, Ausgabe 10/2011


