Neuer Arbeitsplatz
Die Jobkrise

Langeweile, zu viel Stress, Lust auf was Neues oder einfach ein unsicherer Arbeitsplatz – es gibt viele Gründe, warum man nach beruflichen Alternativen suchen sollte. Meist lohnt es sich
Die Jobkrise

So konnte es nicht weitergehen, das spürte Beate Stelzer schon lange. Dann, mit Ende dreißig, beschloss die Krankenschwester: „Ich werde Kapitän.“ Schon als Kind hatte sie sich für Schiffe begeistert, war gern bei Verwandten an der Ostsee gewesen. „Trotzdem, ganz so leicht, wie sich das jetzt vielleicht anhört, fiel mir die Entscheidung nicht“, erinnert sich Stelzer. „Ich wusste erst nur: Ich wollte etwas anderes machen. 20 Jahre Krankenhaus waren genug.“ Nicht, dass die Intensivschwester ihre Arbeit nicht mochte. Doch irgendwie brodelte in ihr die Sehnsucht nach einem Neubeginn, der Mut und die Motivation für diesen großen Schritt wuchsen von Tag zu Tag. Doch erst durch Gespräche mit ihrer Berufsberaterin Uta Glaubitz wurde der Wunsch nach dem neuen Job wirklich konkret. Und auch den Weg zum Ziel erarbeiteten die Frauen gemeinsam.

Nach einem Nautik-Studium und mehreren Praktika ging Stelzer drei Jahre später das erste Mal als Offizier an Bord. In Hongkong. Sie navigierte ein Containerschiff durch den Hafen, vorbei an tausend kleinen Fischerbooten: „Was für ein Abenteuer!“ Aufregend findet die 44-Jährige ihren Job immer noch.

Nicht bei jedem muss eine berufliche Veränderung gleich einen kompletten Branchenwechsel bedeuten. Wenn sich aber der Satz „Das kann doch nicht alles gewesen sein“ bei der Arbeit immer häufiger aus den hintersten Gehirnwindungen ins Bewusstsein schleicht, sind Sie wahrscheinlich reif für einen Plan B. Weitere Anzeichen: Schon montags weilen die Gedanken beim nächsten Wochenende. Sie schauen dauernd auf die Uhr. Oder sind im Gegenteil so gestresst, dass Sie nachts keine Ruhe finden oder psychosomatische Beschwerden entwickeln. „Die meisten Menschen merken sehr deutlich, wann die Zeit gekommen ist, einen Plan B wirklich anzugehen“, sagt Berufsberaterin Glaubitz.


Schlagwörter: job, karriere, ratgeber
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© Anne Otto
Quelle: Für Sie, Ausgabe 22/2009