Seite 2 aus dem Artikel: Alternative Heilmethoden im Check: Kneipp-Therapie
Wie ist der Forschungsstand? 

KNEIPPEN ZU HAUSE

  • IM EIGENEN BADEZIMMER: Für die wechselwarmen Güsse braucht man einen weichen Wasserstrahl. Schrauben Sie einfach den Duschkopf von Ihrem Badewannenschlauch ab, damit das Wasser mit gleichförmig weichem Strahl fließt.

    Wichtig: Ein kalter Guss sollte anfangs nicht länger als 30 Sekunden dauern. Sobald Sie ein heftig schneidendes Kältegefühl empfinden, beenden Sie den Guss. Seien Sie bei den warmen Wasseranwendungen vorsichtig. Wird es zu heiß, kann das zu einem Kreislaufkollaps führen. Entscheidend sind regelmäßige Wiederholungen – täglich oder mehrmals wöchentlich. Eine einmalige Kneipp-Anwendung ist zwar wohltuend, doch um das Immunsystem zu stärken, reicht das nicht.

Wie ist der Forschungsstand?

Im 19. Jahrhundert stieß der Pfarrer bei Schulmedizinern noch auf Widerstand. Heute ist die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Kneipp’schen Verfahren in klinischen Studien belegt. Bei leichteren Beschwerden und zur Vorbeugung kann man die Wasseranwendungen auch zu Hause einsetzen. Chronisch Kranke sollten sich vorher mit ihrem Arzt absprechen.

Wie finde ich Experten?

Kneipp-Ärzte, -Vereine und -Einrichtungen vermittelt der Kneipp-Bund (www.kneippbund.de).

Was und wann zahlt die Kasse?

Eine Kneipp-Kur dauert drei bis vier Wochen und wird bei entsprechenden Indikationen wie Herz- Kreislauf-Erkrankungen, orthopädischen Beschwerden und vegetativen Störungen auf Antrag oft auch von den Krankenkassen übernommen. Ihr Arzt muss dafür die Kur empfehlen. Sie legen dann Ihrer Kasse bzw. Beihilfestelle einen Antrag vor. Oder Sie wählen einen selbst finanzierten Aufenthalt (Woche ab 600 Euro). Adressen finden Sie beim Kneipp-Verband (www.kneippverband.de). Viele Anwendungen können Sie aber auch kostengünstig selbst zu Hause durchführen.

FAZIT: Besonders für Kinder, Schwangere und ältere Menschen zu empfehlen, weil die Anwendungen äußerst sanft sind. Sie stärken das gesamte Immunsystem und wirken gegen Infektanfälligkeit. Ihre Grenzen liegen jedoch bei organischen Erkrankungen.


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Quelle: Für Sie, Ausgabe 15/2009

Autor: Uta König