Seite 3 aus dem Artikel: Gleichstellung für Jungen
Jungs brauchen neue Vorbilder

Mädchen wissen heute schon früh, dass sie sich beruflich verwirklichen und gleichzeitig eine Familie gründen möchten. Während in den Köpfen der Jungs immer noch das alte Rollenbild vom Alleinernährer herumspukt. Das passt nicht zusammen. Hier brauchen Jungs ganz dringend neue Vorbilder. Immer noch helfen sie etwa im Haushalt weniger mit als Mädchen. Sie sind oft unselbstständiger, lassen sich von Idolen aus dem Fernsehen beeinflussen. Besonders dann, wenn der Papa daheim kaum präsent ist.

„In Kindergärten und Grundschulen tauchen Männer meist nur als Väter auf, als Erzieher oder Lehrer sind sie Mangelware. Woran sollen sich die Jungen – und die Mädchen – denn orientieren?“, sagt Familienministerin Schröder. Ihr Ministerium plant deshalb eine Initiative „Mehr Männer in Kitas“ und will das Projekt „Neue Wege für Jungs“ weiter ausbauen.

Buchtipps

„Kleine Machos in der Krise“ von Allan Guggenbühl (Herder, 12,95 Euro): anschauliche Erklärungen, wie Eltern und Lehrer Jungen besser verstehen.

„Was Jungen brauchen“ von A. Bentheim/M. Murphy-Witt (GU, 14,90 Euro): praktische Erziehungstipps für Mütter und Väter.

www.neue-wege-fuer-jungs.de Bundesweites Netzwerk zur Berufsund Lebensplanung von Jungs. Mit Datenbank für Praktikumsplätze und zusätzlichem Info-Material.


Das Ziel ist, Jungen etwa durch Praktika im Sozialbereich für Berufe zu interessieren, die nicht den typischen Rollenklischees entsprechen – aber dafür zukunftsträchtig sind. Mit Arbeitsmaterial für Schulen, zum Beispiel einem Haushaltsparcours, will man Jungs spielerisch ein neues Männerbild nahebringen und ihre sozialen Kompetenzen stärken. Für eine echte Chancengleichheit. 


Schlagwörter: familie, kinder, ratgeber
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Quelle: Für Sie, Ausgabe 08/2010