Film-Tipp
DVD-Tipp: "Nichts zu Verzollen"

Die Macher von "Willkommen bei den Sch'tis" bescheren uns ein erfrischend humorvolles Plädoyer für ein grenzenloses Europa. Ab 1. Dezember 2011 im handel.

Humor ist sehr kulturabhängig. Was in einem Land lustig gefunden wird, sorgt in einem anderen nicht mal für ein müdes Lächeln. So haben es französische Komödien häufig schwer, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Doch dann eroberte vor drei Jahren Dany Boon mit seiner Komödie „Willkommen bei den Sch’tis“ die deutschen Kinos. Dieser Film hätte außerhalb Frankreichs überhaupt nicht funktionieren dürfen. Es geht um sehr kulturell spezifische Vorurteile und Sprachwitz. Doch Dany Boon versteht es, eine fremde Situation durch Komik zu vermitteln und dem Zuschauer absurde Charaktere oder Situationen durch Menschlichkeit näher zu bringen und so feierte der Film auch in Deutschland großen Erfolg.

Dieses Jahr bescherte uns Monsieur Boon einen neuen Film über kulturelle Unterschiede, Vorurteile, und wie man mit ihnen umgeht. In „Nichts zu verzollen“ spielt er Mathias, einen französischen Zollbeamten an der französisch-belgischen Grenze. Die französischen und belgischen Zöllner können sich nicht leiden. Besonders Ruben Vandevoorde (Benoît Poelvoorde) macht Mathias das Leben mit seinem Franzosenhass schwer. Das schlimmste daran ist, dass Mathias Rubens Schwester Louise (Julie Bernard) liebt, die beiden ihre Beziehung aber aus Angst vor ihrer frankreichfeindlichen Familie verbergen müssen. Die Situation spitzt sich zu, als aufgrund des zusammenwachsenden Europas die Zollstationen an den Grenzen wegfallen sollen.

Eine mobile Einheit aus einem belgischen und einem französischen Zöllner soll von nun an Schmuggler aufhalten. Ruben wird zu diesem Dienst verdonnert, Mathias meldet sich freiwillig, in der Hoffnung mit ihm Freundschaft schließen zu können und so seine Zustimmung zur Hochzeit mir Louise zu erlangen. Tatsächlich freunden sich die beiden an und schaffen es sogar, gemeinsam einem Drogenring das Handwerk zu legen. Doch wird diese Freundschaft ausreichen, um Rubens Franzosenfeindlichkeit auszumerzen? Und wird Mathias seine Louise heiraten dürfen?

Dany Boon erzählt diese Geschichte mit gewohnt viel Liebe zu Details und Charakteren. Seine Figuren sind ungehobelt, cholerisch, hinterhältig und nicht selten ein wenig einfach gestrickt. Doch alle schließt man ins Herz, da sie menschlich gezeichnet und durchgängig großartig besetzt sind, vom unterbelichteten Drogenschmuggler über die zickige Wirtin bis hin zum gutmütigen Zöllnerkollegen. Allesamt bringen sie einen zum Lachen. Aber man lacht nicht über sie, sondern mit ihnen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kommen am 1. Dezember 2011 DVD und Blu-ray auf den Markt, prall gefüllt mit Extras. Entfallene Szenen, ein Behind-the-Scenes Featurette, den deutschen Trailer und eine Begrüßung von Dany Boon bieten beide Formate, die Blu-ray verfügt zudem noch über ein 73-minütiges Making Of, ein Gag Reel und Impressionen der Deutschlandpremiere - also jede Menge Zusatzvergnügen. In Frankreich ging die DVD bereits über eine Million Mal über die Ladentheke und es gibt keinen Grund, warum wir uns nicht ebenfalls in Massen diesen Spaß gönnen sollten. Wer Lust hat auf Lachen mit Herz, der wird an „Nichts zu verzollen“ garantiert seine Freude haben. Gerade in der derzeitig angespannten Diskussion um den Zusammenhalt der EU ist der Film ein erfrischend humorvolles Plädoyer für ein grenzenloses Europa und gegen Vorurteile.


Schlagwörter: film
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