Entrümpeln
Die wichtigen Dinge des Lebens

Was im Leben wirklich zählt ist selten das, was wir an Sachen angehäuft haben. Deshalb ist weniger oft mehr. Wie man sich von Ballast befreit.
Sachen wegschmeißen

Mehrere 10 000 Dinge besitzt der moderne Durchschnittsmensch. Mal ehrlich: Wie viel davon ist wirklich bereichernd?

Guck mal da, die hübsche Vase. Nur fünf Euro? Kauf ich! Die süßen Sets auch. Und den Sechser-Pack Weingläser. Dann hab ich welche auf Vorrat. Im Möbelhaus füllt sich der Einkaufswagen schnell. Auch wenn man eigentlich nur ein Regal wollte. Zu verlockend, all diese Angebote! Und nicht nur dort: Die schöne bunte Warenwelt wartet überall. Verzückt kaufen wir Klamotten, Küchengeräte, DVDs. Bis Regale, Schränke, Keller und Dachboden irgendwann so vollgestopft sind, dass es nervt. Brauchen wir das alles wirklich? Die Frage hat Zukunft. Konsumkritische Internet-Portale wie Utopia.de oder Karmakonsum.de gewinnen ständig neue Mitglieder. Online-Tauschbörsen entstehen.

In zwei Jahren haben über 800000 Deutsche das Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston (Rowohlt) gekauft. Und das Buch „Simplify your Life“ (Campus) hat bereits die 16. Auflage erreicht. Sein Autor Werner Tiki Küstenmacher findet: „Es ist ganz natürlich, dass wir Dinge besitzen wollen. Das Problem ist nur: Wir haben heute viel zu viel!“ 56 Gegenstände besaß ein Mensch im Mittelalter durchschnittlich, sagen Kulturforscher. Und heute? „Sind’s mehrere Zehntausend“, so Thomas Fröhling vom Deutschen Feng Shui Institut. So viel Ballast belastet. Denn: „All diese Dinge beschäftigen unser Unterbewusstsein.“ Nicht nur die, die wir täglich sehen. Auch die Kisten in der Abstellkammer, die Kartons im Keller. „An jedem Gegenstand kleben Erinnerungen.“ Besitz raubt zudem Zeit, kostet Geld: Der Schrank muss aufgeräumt werden, das Auto repariert, das Kleid gereinigt.

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Ballast loswerden, nachhaltig einkaufen – Infos, Ideen, Anregungen und Möglichkeiten dazu finden Sie hier:


„Alles, was wir besitzen, will was von uns“, sagt „Simplify“-Experte Küstenmacher. „Das strengt an, wir fühlen uns überfordert, fremdbestimmt.“ Also: Weg mit dem Ballast! Nur wie? Ganz einfach, meint Thomas Fröhling: „Überprüfen Sie alles: Nutz ich das? Lieb ich das? Lautet die Antwort zweimal nein, dann weg damit! Nur das, was wir wirklich brauchen oder was uns echte Freude bereitet, belastet uns nicht. Und bitte nicht zu viel für die Zukunft behalten. Man kriegt doch alles wieder!“ Loslassen ist kein Verlust. Sondern ein Gewinn. Es befreit und gibt Energie für Neues. Auch das Denken ändert sich oft dadurch: Man kauft bewusster, nimmt nicht mehr jedes Schnäppchen mit. Lieber hochwertig, dafür langlebig. Lieber ein Lieblingsstück als viele Sonderangebote. Sechs Handtücher für zehn Euro? Danke, nein, ich brauch nur eins. Und das darf auch gern etwas mehr kosten.


Schlagwörter: gesellschaft, glueck, leben
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Quelle: Für Sie, Ausgabe 14/2011

Autor: Claudia Minner