Beauty ab 40
Das wahre Alter einer Frau

FÜR SIE-Autorin Constanze Kleis, 49, über Mode-Diktate und die Tatsache, dass das Geburtsdatum wenig über eine Frau aussagt.
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Ab 40 sollten Frauen sich das verkneifen, das wäre peinlich, verhängte kürzlich – natürlich – ein Mann in einer Talkshow meiner Altersgruppe ein Shoppingverbot für jene schwedische Kleidungs- Kette, die für ihre Taschengeldfreundlichkeit bekannt ist. Lange Haare darf ich auch nicht mehr tragen, habe ich irgendwo gelesen. Das sei einfach nicht mehr altersadäquat. Ganz zu schweigen von schulterfreien Tops, von Shorts, Dekolletés und kurzen Röcken. Was bleibt da noch?

„Warum sollten alle Frauen ab 40+ auf einmal unsichtbar werden?“


Doch höchstens die Burka oder ihre europäische Variante, die Kittelschürze. Aber warum eigentlich? Kam Moses vielleicht damals noch mit einem elften Gebot vom Berg Sinai, wonach Frauen ab 40 von allem die Finger lassen müssen, wo „jung“ draufsteht? Oder woran liegt es, dass man – bloß weil man vor 1969 geboren wurde – sofort in einer Schublade landet, in der man von Blasentee bis Florian Silbereisen alle möglichen Klischees über Frauen jenseits von „Bravo“ und Klingelton-Abo findet, bloß nicht das eigene Lebensgefühl? Kein Wunder, wenn manche von uns lieber ein bis zwei Wurzelbehandlungen beim Zahnarzt über sich ergehen lassen, als ihr wahres Alter anzugeben. Schon um zweifelhafte Komplimente wie „Dafür sehen Sie aber NOCH ganz schön gut aus!“ zu vermeiden.


Schlagwörter: alter, frauen, psychologie
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Quelle: Für Sie, Ausgabe 09/2009

Autor: Constanze Kleis

Constanze Kleis hat mit Susanne Fröhlich das Buch „Runzel-Ich“ geschrieben, erschienen Oktober 2008 im Fischer Verlag (Tb.), 320 Seiten, 8,95 Euro.